Was lange währt, schmeckt immer gut

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Die Vanille des kleinen Mannes

 

Viele Zutaten in der Kulinarik, die sich so mancher früher nicht leisten konnte, wurden durch etwas Billigeres, oft sogar gänzlich Anderes ersetzt. Man denke zum Beispiel an Feigenkaffee, statt echtem Kaffee, Seehasenroggen statt echtem Kaviar, Lachsersatz statt echtem Salmon oder auch Knoblauch an Stelle von teurer Vanille.

Wie bitte, was hat denn Knoblauch mit Vanille zu tun? Eigentlich gar nichts. Da sich die arme Bevölkerung die Einfuhr der Vanille aus Mittelamerika nicht leisten konnte, verwendete sie an Stelle dessen den Knoblauch für das Herstellen eines Vanillerostbratens, der übrigens in der Zubereitung dem Zwiebelrostbraten ziemlich ähnelt. Und bis heute ist das Altwiener Gericht mit dem irreführenden Namen ein besonderes Schmankerl, auf das ich nicht verzichten mag.

 

Vanillerostbraten

 

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 Scheiben Rostbraten, gut abgelegen
  • Salz, Pfeffer
  • etwas Mehl zum Stauben
  • Scharfen Senf zum Bestreichen
  • mind. 4 große Knoblauchzehen, grob gehackt
  • etwas Öl zum Anbraten
  •  2 EL Butter
  • 200 ml Rindsuppe

 

Zubereitung:

Die gut abgelegenen Rostbraten leicht klopfen. Dazu empfiehlt es sich, einen Kunststoffschlögel zu verwenden und zuvor die Fleischstücke in ein Nylonsackerl oder zwischen zwei Stück Frischhaltefolie zu platzieren. Die Seitenränder leicht einschneiden, damit sich das Fleisch beim Braten nicht wölbt. Mit dem Senf bestreichen, salzen, pfeffern und mit Mehl stauben. Anschließend in Öl sehr scharf anbraten und beiseite stellen.

 

 

In etwas Butter den grob gehackten Knoblauch glasig anschwitzen. Zu dunkel soll er nicht werden, denn wer mag schon bitteren Knoblauch?  Nun die Bratenrückstände des Rostbratens mit etwas Rindsuppe aufgießen, kurz aufkochen und den Knoblauch sowie die Fleischstücke hinzufügen. Bei mittlerer Hitze zugedeckt ungefähr zwanzig bis dreißig Minuten dünsten, bis das Fleisch weich ist. Zum Schluss das herrliche Safterl mit einem Stück kalter Butter montieren.

 

 

Zu diesem gschmackigen Gericht passen ausgezeichnet Brat-, Stampf- oder Salzkartoffeln, aber auch Spiralen oder Bandnudeln.

Wer noch ein bisschen mehr über den Hintergrund und die Zubereitung dieses Gaumenschmauses erfahren möchte, wird auf dieser Seite fündig:

https://www.kulinarisches-erbe.at/burgenland/geschichte-der-ess-trinkkultur/historische-kuechen/wiener-kueche/abendessen-souper/Rostbraten/

 

Gutes Gelingen und Mahlzeit!

 

 

 

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