Wenn es draußen stürmt und schneit

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Große Auswahl, schnelle Entscheidung

Es gibt sicher unzählige Möglichkeiten, sich still zu beschäftigen. Hoppla, da kommt wieder mal die Lehrerin in mir zum Vorschein! Aber wenn es draußen so ganz grauslich, stürmisch und kalt ist, dann beginne ich indoors gerne aktiv zu werden. In der Küche knistert das Feuer im Schwedenofen, in der HiFi-Anlage schmettert Pavarotti und ich überlege mir etwas zu kochen oder auszuprobieren, was so richtig aufwendig ist und hoffentlich so richtig gut schmeckt. Schlechtes Gewissen brauche ich ja nicht zu haben, einen schönen, sonnigen Tag im Freien zu versäumen.

Ich habe mir letzten Sommer, wie auch den davor und den davor vorgenommen, wieder einmal Nudeln selbst zu machen, in meiner Sommerküche, in meinem Gartenhaus. Bei diesen Vorsätzen ist es geblieben, wie es auch meistens bei meinen Neujahrsvorsätzen bleibt; schließlich ist man ja auch nur ein Mensch und nicht besser als die meisten anderen Zeitgenossen.

Aber einer meiner heurigen Neujahrsvorsätze war, meinen Blog wieder ausgiebiger zu beleben, mehr zu kochen und auszuprobieren und letzlich darüber zu berichten. Zumindest den Anfang machte ich gleich am ersten Wochenende des heurigen Jahres, als ich nach kurzer Inspektion der wetterlichen Gegebenheiten mit meiner stets bemühten “Allround-Küchenmaschine” zur Übereinkunft kam, dass selbstgemachte Nudeln auch im Winter etwas Fantastisches sind.

Ich nehme an, mein liebster aller Ehemänner sah seine Chance kommen, diesmal etwas mehr als nur Küchenmaschine-Funktion zu haben. Und er sollte Recht behalten. Man muss ja schließlich manchmal kleine Belohnungen verteilen, um seine lieben Hausgenossen bei Laune zu halten! Und er durfte diesmal richtig Hand anlegen!

Beim Zusammenrühren der Zutaten für den Nudelteig, was noch mein Part war, dachte ich, wenn das so flott weiter geht, mache ich Pasta in Zukunft immer selbst. Beim anfänglichen Schlagen des Teiges, was ich auch noch selbst tat, dachte ich nur mehr, ich mache sie in Zukunft öfters selbst. Am Ende, als ich meine Arme schon nicht mehr spürte und der Moment kam, wo mein Mann mich ablöste und die Hauptrolle zugeteilt bekam, ich mache sie in Zukunft ab und zu selbst.

Also aufwendig ist die Herstellung von Pasta insgesamt schon, aber mit der Hilfe meines Ehegespons und vor allem seiner Liebe zu Nudelgerichten, hoffe ich, dass das keine Eintagsfliege war!

Sind die Nudeln gelungen? Ja. Haben sie geschmeckt? Natürlich. War es aufwendig? Sehr. Hat es sich gelohnt? UNBEDINGT!

Wir beschlossen also folgendes Gericht zu kochen:

Hühnerrouladen mit Ziegenfrischkäse-, Lauch- und Paprikafüllung

und hausgemachten Bandnudeln

Zutaten für die Bandnudeln für 4 Personen:

  • 200 g Mehl
  • 200 g Hartweizengries
  • 1 TL Salz
  • 2 Eier
  • 2 EL Olivenöl
  • ca. 2-3 EL Wasser

Zubereitung:

Alle Zutaten zusammenfügen und mit den Knethaken ungefähr 3 Minuten rühren, bis ein homogener Teig entsteht. Danach mit Hand und einem Kochlöffel den Teig gut durchschlagen, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Auch wenn es zu Beginn aussieht, als würde sich der Gries nicht auflösen, so entwickelt sich doch durch das Schlagen und die Zugabe von kleinen Mengen Wasser schlussendlich eine homogene, glänzende Masse. Sollte der Teig zu weich sein, einfach noch etwas Gries dazu fügen, sollte er brüchig sein, ein bisschen Wasser beimengen. Am Ende, nach ungefähr 20 Minuten per Hand schlagen, eine Kugel formen. Diese in Küchenfolie wickeln und ungefähr eine halbe Stunde rasten lassen.

Anschließend den Teig nochmals gut durchkneten, in kleinere Portionen teilen und auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen, leicht mit Mehl bestäuben und wieder kurz rasten lassen. Dann den bemehlten Teig mehrmals durch die Nudelmaschine immer dünner ausrollen und wenn er die gewünschte Dicke hat,  in die gewünschte Form bringen. In meinem Fall haben wir den dünnen Teig geteilt und nochmals durch die Nudelmaschine in Bandnudeln geschnitten.

Am besten ist die frische Pasta, wenn sie sofort in reichlich heißem Salzwasser gekocht wird. Die Kochzeit ist ganz kurz, ca. 2 bis 3 Minuten.

Ich habe die Hälfte der Nudeln über einen Holzkochlöffel aufgehängt und trocknen lassen und erst am nächsten Tag gekocht. Dann verlängert sich die Kochzeit auf ca. 5 bis 6 Minuten.

Aus diesem Teig lassen sich natürlich auch alle anderen Arten von Pasta, wie Spaghetti, Ravioli oder Lasagneblätter zubereiten.

 

Zutaten für die Hühnerrouladen für 4 Personen:

  • 4 Stk. Hühnerbrustfilets
  • 1 großer roter Paprika
  • 10 dag Ziegenfrischkäse
  • 1 große Stange Lauch
  • Salz, Pfeffer
  • Thymian
  • 3 EL Olivenöl

 

Zubereitung:

Den Paprika in kleinere Stücke schneiden und im Rohr auf Backpapier bei ca. 180 bis 200 Grad mit der Hautseite nach oben, braten, bis die Haut dunkel wird und Blasen schlägt. Danach lässt sich der Paprika sehr einfach schälen.

Zwischenzeitlich die Hühnerfilets der Länge nach einschneiden, bis große Tasche entstehen. Nun die Hühnerfilets mit den geschälten Paprikastücken, Ziegenfrischkäseschnitten und in dünne Ringe geschnittenen Lauch füllen. Danach die Filets mit Rouladenringen, Zahnstochern oder Silikonbändern fixieren, sodass der Inhalt gut verschlossen bleibt. Frische Pfefferkörner, Salz und Thymian in einem Mörser zerstoßen und die Hühnerrouladen gut mit diesen Gewürzen einreibDie Rouladen im heißen Olivenöl scharf anbraten, sodass sie Farbe nehmen, mit etwas Weißwein aufgießen und anschließend im Rohr bei ungefähr 160 Grad Heißluft ungefähr 10 Minuten braten.

Den Bratensaft eventuell mit etwas Mehl andicken und mit ein wenig Schlagobers oder  Rama Finessa verfeinern.

Viel Spaß beim Nachkochen und gutes Gelingen!

Tipp: Nudelteig lässt sich auch ohne Hartweizengrieß herstellen, falls ihr diesen nicht zuhause vorrätig habt. Mit 250 g Mehl, 2 Eiern, 1 EL Olivenöl und etwas Wasser lässt sich ebenfalls ein guter Teig herstellen.

 

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